Archiv für November 2007

Klatschmohn web – Design

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Ihr Web – Design Team

electronic.webdesign@gmail.com

Kurzdokumentation zur Formel »Jedem das Seine«

Kurzdokumentation zur Formel »Jedem das Seine«

McDonalds, Nokia, REWE, Microsoft…
- Die Werbung und »Jedem das Seine«

Internationales Aufsehen erregte im Juni 1998 die Werbekampagne der finnischen
Firma Nokia, die mit dem Slogan »Jedem das Seine« für ihre neuen Handys
mit auswechselbaren, verschiedenfarbigen Frontstücken warb.1 Da dieses Wort
zumindest in der deutschen Sprache historisch belastet ist, wurden Proteste
laut, die Nokia dazu brachten, die Kampagne abzubrechen. Durch die
neuerliche Verwendung der Worte in Werbekampagnen der Firma REWE für
Grillzubehör im Juli 1998, des Softwareherstellers Microsoft für Bürosoftware2
und der Firma McDonalds für ihre Burger-Menüs in Thüringen wurde noch
einmal deutlich, dass es notwendig ist, die Bemühungen zur historischen Sensibilisierung
zu verstärken, da »Jedem das Seine« im Deutschen ein – wie der STERN
bemerkte – »Synonym für Massenmord« ist.
Auch andere werben weiterhin unter dem Motto: im Internet werden beispielsweise
von einer österreichischen Firma »Jedem das Seine. Häuser mit Phantasie« angeboten,
3 das Tiroler Landestheater wirbt für seine Abonnements (»…Jedem das
Seine – Das bietet Ihnen ein Theaterabo…«)4, und selbst der Westdeutsche Rundfunk
weist mit »Was Ihr wollt und jedem das Seine!« auf sein Musikangebot hin.5
»Suum cuique« – »Jedem das Seine«
Das lateinische Wort »suum cuique« (deutsch: »Jedem das Seine«) geht auf den
römischen Philosophen Cicero (106-43 v.u.Z.) zurück, läßt sich aber, wie
Meadows erklärt, bereits auf den griechischen Philosophen Platon (428/427-
1 Dies war auch der erste Anlaß für die Hamburger Forschungs- und Arbeitsstelle »Erziehung nach/über Auschwitz«,
dem historischen Hintergrund dieses Wortes weiter nachzugehen und diese kurze Dokumentation zu
erstellen.

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2 Lt. STERN, 20.8.1998, S.17.
3 http://www.baumeisterhaus.co.at/jedem.htm
4 http://www.landestheater.at/abo_angebot.html
5 http://www.wdr.de/musik/index.html; zuletzt aktualisiert am 15.7.1997.

Freier Hass für freie Bürger – über den Webblog „politically incorrect“

Klatschmohn.blogsport.de dokumentiert einen artikel von Von Stefan Niggemeier

Big Blog is watching you
25. Oktober 2007

Ihr Glaubensbekenntnis ist kurz und ironisch. Sie schreiben es nicht als Graffiti an die Wände, sondern in jedes Online-Forum, in jedes Kommentarfeld, unter jeden Internetartikel. Kaum hat ein Medium wie „Welt Online“ eine Meldung veröffentlicht wie „108 Tote bei Bombenanschlag auf Benazir Bhutto“, hat schon der Erste kommentiert. Er schreibt: „Islam ist Frieden“. Dahinter hat er einen Augenzwinker-Smiley gemacht.

„Islam ist Frieden“, in der Ironie, mit der der Satz gemeint ist, steckt alles: Die Überzeugung, dass der Islam gleichbedeutend ist mit Krieg, Tod und Verderben, Unterdrückung und Unfreiheit. Die Verachtung gegenüber dem politischen, gesellschaftlichen und medialen Mainstream, der das nicht erkennen will und immer noch von Toleranz und Dialog faselt, von Integration und friedlicher Ko-Existenz träumt. Und eine gewisse, mehr als klammheimliche Freude an jedem im Namen des Islams begangenen Attentat irgendwo auf der Welt, das ihnen recht zu geben scheint, je blutrünstiger und menschenverachtender, desto mehr – und dass vor allem andere Muslime dem Terror zum Opfer fallen, wird kaum erwähnt, Mitleid mit denen ist Mangelware.

Usama Bin Knut!

Es ist leicht, die Tragweite dieses kurzen Glaubensbekenntnisses zu unterschätzen. Es ist in Wahrheit viel radikaler als zum Beispiel der zweite Kommentar unter dem „Welt Online“-Artikel, der schreibt: „Anscheinend sind die friedlichen Moslems nicht mehr in der Lage, ihr Packvolk im Griff zu halten.“ Der klingt drastisch, unterscheidet aber noch in friedliche und nichtfriedliche Muslime. Für die echten Kämpfer der „politischen Unkorrektheit“ ist das ein zentraler Irrglaube. Sie unterscheiden nur zwischen Muslimen, die heute schon extremistisch sind, und solchen, die sich moderat geben, um ihre wahren, extremistischen Ziele zu verbergen und besser durchsetzen zu können. Im Zweifel feiern sie sogar die ersten. Für ihre Ehrlichkeit.

Das Zentralorgan dieser Kämpfer heißt „Politically Incorrect“ (PI) und ist eines der erfolgreichsten Weblogs in Deutschland. Es zählt nach eigenen Angaben täglich etwa 10.000 bis 20.000 Besucher. Es nennt sich „proisraelisch“ und „proamerikanisch“ – und lehnt doch jeden einzelnen Wert, für den diese pluralistischen Demokratien eintreten, ab. In der Welt von PI ist man als kleiner, hasserfüllter Deutscher im Zweifel der bessere Amerikaner als Al Gore und der aufrechtere Israeli als Amos Oz. Selbst der Kampf gegen den Klimawandel und die Liebe zu Eisbären gelten in diesen Kreisen als antiamerikanische und protoislamische Verirrung: Usama Bin Knut!

PI begründet seine eigene Notwendigkeit damit, dass die Medien uns in einem Akt von Selbstzensur und vorauseilender Unterwerfung vor dem Islam vitale Informationen vorenthielten. Tag für Tag werden hier Schreckensmeldungen zusammengetragen: Über Greueltaten in islamischen Ländern, über Greueltaten von Muslimen in nichtislamischen Ländern, vor allem aber über die Bereitschaft der westlichen, liberalen Gesellschaften, dem Islam noch die Zerstörungsarbeit abzunehmen und sich selbst zu verstümmeln.

Beleidigende Kurzformel für alle Nichtmuslime

Als Unterwerfungsgeste gilt den PI-Autoren ungefähr alles: Der Verzicht der meisten Medien darauf, die Mohammed-Karikaturen abzudrucken, aber auch die Tatsache, dass die Firma Meica auf die Verpackung von Rindwürstchen angeblich in türkischer Sprache schreibe, dass sie auf keinen Fall Schweinefleisch enthielten. „Wenn Meica es nötig hat, als deutsches Unternehmen ein in Deutschland hergestelltes und verkauftes und ausschließlich auf Deutsch beschriftetes Produkt dann mit einem Hinweis nur auf Türkisch zu versehen, sollten deutsche Kunden Produkte dieser Firma zukünftig besser meiden“, ereifert sich Beate Klein, eine der Hauptautorinnen von PI. Offenbar wolle Meica seinen deutschen Kunden das eigene „Dhimmitum“ verheimlichen.

„Dhimmi“ ist eines von vielen speziellen Schimpfwörtern, mit denen die Anhänger von PI Andersdenkende verunglimpfen. Als „Dhimmi“ werden im Islam Juden und Christen bezeichnet, die nicht Muslime werden wollen, aber einen eingeschränkten Rechtsstatus und Schutz des Staates erhalten. Für PI ist es eine beleidigend gemeinte Kurzformel für alle Nichtmuslime, die sich freiwillig dem Islam unterwerfen. Alternativ benutzt man gerne den Begriff des „Gutmenschen“, der bei PI auch als Synonym für „linke Nazis“ gebraucht wird.

Der oft erschütternd schlichte Hass auf die Muslime und ihre vermeintlichen und tatsächlichen Unterstützer hat so etwas wie einen intellektuellen Überbau. Es ist das, was Henryk M. Broder die „Untugend der Toleranz“ genannt hat: „Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will“, sagte er in seiner Dankesrede zum Ludwig-Börne-Preis, „der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden.“ Er sagte es vor allem unter Bezug auf religiöse Fanatiker und die Gefahr, sogenannte „Ehrenmorde“ mit dem „kulturellen Hintergrund“ der Täter zu verklären. Broders Provokation ist berechtigt und vermutlich notwendig, auch vor dem Hintergrund von Romuald Karmakars Film „Hamburger Lektionen“ über die Hasspredigten des Imams Mohammed Fazazi – und Karmakars Schwierigkeiten, überhaupt einen Verleih zu finden und Kinos, die den Film zeigen wollen.

Wider die „Kulturbereicherer“

„Politically Incorrect“ ist so etwas wie der unautorisierte, über die Stränge schlagende Fanklub von Broder und seinen Kollegen aus dem Netzwerk „Die Achse des Guten“, nur dass bei PI aus dem provokativen Gedanken „Intoleranz ist die neue Toleranz“ eine Legitimation zum undifferenzierten Hass wird, der den Döner-Händler an der Ecke mit ähnlicher Härte trifft wie den islamischen Selbstmordattentäter, den türkischen Kleinkriminellen, der nicht einmal religiös sein muss, ebenso wie den Brückenbauer zwischen den Kulturen.

Gut gemeinte Medienregeln wie die, die Nationalität eines Täters bei der Berichterstattung nicht zu erwähnen, wenn sie nichts zur Sache tut, lösen bei den PI-Machern und -Lesern das Gegenteil dessen aus, was sie beabsichtigen: Akribisch suchen sie nach Hinweisen, dass es sich um Leute handelt, die sie mit scharfer, routinierter Ironie „Kulturbereicherer“ nennen, und beschließen, dass die Nationalität immer etwas mit der Sache zu tun hat. Und es reicht ihnen nicht, die Nationalität eines Täters zu wissen: Den Mann, der in Frankfurt einen Rabbiner angegriffen hat, als Deutschen zu bezeichnen, war zum Beispiel nach Ansicht von PI grob irreführend, denn dessen Eltern kamen ja aus Afghanistan. Um es mit der Klarheit eines der Kommentatoren zu sagen: „Eine Kuh, die im Pferdestall geboren wird, bleibt eine Kuh.“ Andere sprechen deshalb zur Unterscheidung nur von „Passdeutschen“.

Extremismus aus der Mitte der Gesellschaft

Es ist ein unverhohlen rassistischer Mob, der sich im Kommentarbereich von „Politically Incorrect“ täglich versammelt. Die meisten von ihnen haben gelernt, nicht mehr „Kanake“ zu sagen, sondern „Musel“. Manche malen sich genüsslich aus, H-Bomben über Mekka und Medina abzuwerfen, nachdem sie „jeden Moslem, der sich anmaßt, ehemals christlichen Boden mit seiner Existenz zu beflecken“, niedergemacht haben.

Aber „Politically Incorrect“ will etwas anderes sein als die NPD. Wann immer die NPD zufällig gegen die gleichen Dinge kämpft, beispielsweise Moscheen in Deutschland, was häufig vorkommt, empört sich PI darüber, wie die gute Sache dadurch diskreditiert werde. Dass bei PI keine Neonazis am Werk seien, könne man schon daran erkennen, erklärt PI-Gründer Stefan Herre, ein Lehrer und manischer Leserbriefschreiber aus Bergisch-Gladbach, weil Nazis nicht für Israel seien. Und der Vorwurf des Rassismus sei schon deshalb absurd, weil der Islam eine Religion und keine Rasse sei. Vielleicht erklärt das die große Anziehungskraft von „Politically Incorrect“ und einer Vielzahl kleinerer, aber ähnlicher Seiten: Dass die Gefahr des Islams den Menschen eine frische, scheinbar anständige Legitimation für alten Hass liefert. Der Extremismus und die Fremdenfeindlichkeit kommen hier nicht vom Rand, sondern entschieden aus der Mitte der Gesellschaft.

Man hasst die Schwulen zu ihrem Besten

Deshalb werden bei PI auch Schwule nicht dafür gehasst, dass sie schwul sind. Bei PI werden Schwule dafür gehasst, dass sie auf diesen ganzen Multikultischwindel hereinfallen und nicht merken, dass sie an vorderster Front gegen die angeblich fortschreitende Islamisierung Europas kämpfen müssten, weil sie zu den Ersten gehören würden, die dafür nicht nur mit ihrer Freiheit, sondern im Zweifel mit dem Leben bezahlten. Man hasst die Schwulen quasi zu ihrem eigenen Besten, und wer sich das nicht vorstellen kann, muss bei PI nur nach dem Namen des Grünen-Politikers Volker Beck suchen und nachlesen, wie sich die Kämpfer gegen den Islam genüsslich ausmalen, was mit einem wie ihm in Iran passieren würde.

Dieser Hass, der sich als Kampf gegen den Hass tarnt, die praktisch gelebte Intoleranz zur Verteidigung der Toleranz, scheint eine große Anziehungskraft zu haben. Und die Unwahrheiten, die sie verbreitet, natürlich zur Durchsetzung der Wahrheit, sie ziehen ihre Kreise. Das Schauermärchen von den englischen Banken, die aus falsch verstandener Rücksicht auf islamische Gefühle keine Sparschweine mehr verteilen, war zwar schnell als einer von ungezählten Mythen enttarnt. Nicht zuletzt dank „Politically Incorrect“ fand die Geschichte aber dennoch weite Verbreitung und ist nicht nur im Internet längst zur Tatsache mutiert, sondern findet sich auch in den Texten von Henryk M. Broder.

Der rückt inzwischen ein bisschen ab von seinen Fans. Als er sich in dieser Woche in einer Fernsehdiskussion kritisch über den Gebrauch des Etiketts „politically incorrect“ äußerte, kommentierte eine PI-Leserin das treffend: „Ich glaube, er ist schwul und mag den Beck.“

Interessant !!

Hier gibt es nen sehr interessantes Interview mit einer Aussteigerin aus der rechten Szene und viele andere gute Artikel !

Prädikat lesenswert !

http://www.maikbaumgaertner.de/




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